Aktuelle Projekte

Evaluationen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Berlin und Rheinland-Pfalz und eine Covid-19-Beobachtung zu den Auswirkungen der Pandemie auf Wohnungslose und Hilfesysteme – die aktuellen Projekte der GISS im Überblick

Auftraggeber

Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen

Laufzeit

05/2020 bis 11/2021

Gegenstand

Der Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen hat im Juni 2019 die Landesinitiative „Endlich ein ZUHAUSE!“ ins Leben gerufen, um Wohnungslosigkeit und Wohnungsnotlagen in NRW auf der Grundlage eines umfassenden Konzepts sowie eines Aktionsplans strategisch zu bekämpfen. Die konzeptionellen Grundlagen der Initiative, die – wissenschaftlich begleitet durch die GISS – im Jahr 2019 gelegt wurden, sollen im Jahr 2020 und 2021 weiterentwickelt werden. Der Umsetzungsprozess auf der Landesebene und auf kommunaler Ebene wird wissenschaftlich und organisatorisch unterstützt und begleitet. Fachliche Schwerpunkte sind die weitere Kooperation mit der Wohnungswirtschaft, die Beratung, Unterstützung und Begleitung der Projektumsetzung in 20 geförderten Kreisen und kreisfreien Städten, die Begleitung, Koordination und Verzahnung von MAGS-internen Aktivitäten sowie die Begleitung, Koordination und Verzahnung der Landesinitiative mit Handlungsfeldern in anderen Landesressorts (Ministerium für Heimat, Kommunen, Bau und Gleichstellung, MHKBG, Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration, MKFFI, Justizministerium, JM, und Innenministerium, IM).
 

Gegenstand

Das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung in Rheinland-Pfalz ist zuständig für die Hilfen zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten nach §§ 67 ff. SGB XII. Mit dem hier beauftragten Projekt soll der bereits eingeleitete Prozess der Weiterentwicklung dieser Hilfen (siehe Rahmenempfehlungen Rheinland-Pfalz) fortgesetzt werden. Ziele sind die Dezentralisierung von stationären Hilfen, der Aufbau ambulanter Strukturen, die Schaffung vergleichbarer Angebote im Land und die Verzahnung der Angebote mit den Wohnungsnotfallhilfen der Kommunen. Die GISS übernimmt die wissenschaftliche Begleitung. 

Gegenstand

Ab März 2020 erprobt die Bischof-Hermann-Stiftung in Münster für 24 Monate neue Beratungs- und Unterstützungsansätze für wohnungslose Familien. Das innovative Projekt „Brückenschlag“.
wird durch das Landesprogramm „Wohnungslosigkeit vermeiden – dauerhaftes Wohnen sichern“ des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Als Zielgruppe sollen unter anderem Familien aus der EU und Familien mit Fluchthintergrund angesprochen werden, bei denen gesellschaftliche Teilhabe oft bereits an mangelnden Sprachkenntnissen scheitert. Sie werden aufsuchend (in Notunterkünften) u. a. bei der Beschaffung von Wohnraum und der Integration in die künftigen Nachbarschaften unterstützt. Insbesondere soll erprobt werden, ob sich der bisher nahezu ausschließlich für Alleinstehende bewährte Ansatz der Hilfen zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten auch auf Familien übertragen lässt. Mit dem gewählten Ansatz begibt sich das Projekt systematisch an die Schnittstelle zwischen SGB XII und SGB VIII und baut ein Angebot auf, das es im bisherigen System der Leistungen in beiden Rechtskreisen (noch) nicht gibt. Die GISS hat die Evaluation übernommen.

Auftraggeber

Niedersächsisches Landesamt für Soziales, Jugend und Familie - Landesjugendamt

Laufzeit

Januar 2019 bis Mitte 2020

Gegenstand

Bei der Untersuchung handelt es sich um eine Folgebefragung aus dem Jahr 2003 (siehe Publikationen). Die Ergebnisse der damaligen Studie führten zu fachlichen Empfehlungen für die Pflegekinderdienste des Bundeslandes. Zunächst handelt es sich daher um eine Wirkungsevaluation, bei überprüft werden soll, inwieweit sich die Empfehlungen in der Arbeit und der Struktur der Pflegekinderdienste/Jugendämter niedergeschlagen haben. Darüber hinaus wird mit der Untersuchung eruiert, auf welche Weise den aktuellen Themen (z.B. Care Leaver, Arbeit mit Eltern, Kinderschutz in Pflegefamilien) in der Arbeit Rechnung getragen wird. Es handelt sich um eine Vollerhebung in allen Jugendämtern in Niedersachen.

Auftraggeber

Neue Chance gGmbH und Sozialdienst katholischer Frauen Berlin e.V.

Laufzeit

Oktober 2018 bis September 2021

Gegenstand

Der Sozialdienst katholischer Frauen Berlin e.V. und die Neue Chance gGmbH in Kooperation mit der Berliner Stadtmission führen in enger Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung Integration, Arbeit und Soziales in Berlin ein dreijähriges Modellprojekt zur Überwindung der Wohnungslosigkeit von Menschen mit langjährigen komplexen Problemlagen nach dem Housing-First-Konzept durch. Die GISS übernimmt die wissenschaftliche Begleitung des Vorhabens, das durch die Alice Salomon Hochschule Berlin evaluiert wird. Sie unterstützt die Berliner Akteurinnen und Akteure mit den umfangreichen Vorkenntnissen des Instituts aus der Diskussion und Evaluation von Housing-First-Projekten in Europa sowie in den USA, Kanada und Australien.

Auftraggeber

v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel, Stiftungsbereich Bethel.regional

Laufzeit

Januar 2020 bis Juni 2022

Gegenstand

Gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) in Nordrhein-Westfalen baut Bethel.regional eine Organisationseinheit zur Versorgung von Wohnungsnotfällen mit Wohnraum auf. Die Soziale Wohnraumagentur soll innerhalb von drei Jahren mindestens 75 Wohnungen in Bielefeld anmieten und an wohnungslose und von Wohnungslosigkeit berohte Menschen dauerhaft untervermieten, die weder allein noch mit der institutonellen Unterstützung bisheriger Dienste und Einrichtungen in Bielefeld eine Wohnung anmieten können. Die GISS begleitet und berät den Träger beim Aufbauprozess im Rahmen eienr formativen Evaluation über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren.

Auftraggeber

Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) des Landes Nordrhein-Westfalen

Laufzeit

Januar 2018 bis Dezember 2020

Gegenstand

Mit dem Aktionsprogramm „Hilfen in Wohnungsnotfällen“ unterstützt das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) des Landes Nordrhein-Westfalen Kommunen und freie Träger der Wohlfahrtspflege bei der Arbeit für wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen. Dazu werden beispielgebende Modellprojekte, der Transfer der Erfahrungen und Erkenntnisse, die jährliche Wohnungsnotfallberichterstattung sowie Workshops und Untersuchungen gefördert. Die wissenschaftliche Begleitung des Aktionsprogramms liegt bei der GISS.

Auftraggeber

Paritätischer Landesverband Nordrhein-Westfalen

Laufzeit

September 2018 bis November 2020

Gegenstand

Die GISS begleitet und evaluiert die Erprobung des Housing-First-Ansatzes durch im Paritätischen Landesverband NRW organisierte Träger, die durch eine Großspende des Malers Gerhard Richter an fiftyfifty/asphalt als Eigenkapitalersatz insgesamt bis zu 100 Wohnungen erwerben können, um wohnungslose Menschen mit komplexen Problemlagen an verschiedenen Standorten in NRW zu versorgen.

Auftraggeber

Oak Foundation

Laufzeit

September 2019 bis Juni 2021

Gegenstand

Im Rahmen der Initiative „A Place to call home" des Institute of Global Homelesseness (IGH) an der De Paul University in Chicago (USA) ist geplant, dass sich weltweit 150 Städte dazu verpflichten, die örtliche Straßenobdachlosigkeit bis zum Jahr 2030 erheblich zu verringern oder vollständig zu überwinden. In einem zweijährigen Pilotvorhaben bis zum Jahr 2021 erfasst die GISS zusammen mit der Heriot-Watt University (Edinburgh) und lokalen Forschungsteams in 13 ausgewählten Städten auf sechs Kontinenten („Vanguard Cities“), die dieses Ziel schon bis zum Ende des Jahres 2020 erreichen wollen, welche Strategien zur Beseitigung von Straßenobdachlosigkeit zielführend sind und wie sich mögliche Reduzierungseffekte messen lassen. Die Ergebnisse des Forschungsprojektes, das von der Oak Foundation finanziert wird, sollen bei der Umsetzung auch in den weiteren Phasen der „A Place to call home“-Initiative berücksichtigt werden.
 

Auftraggeber

Stadt Oberhausen

Laufzeit

Juni 2017 bis Dezember 2019

Gegenstand

Entwicklung einer Strategie zur Steuerung der kommunalen Integrationsprozesse in der Stadt Oberhausen mit der Festlegung auf klare und überprüfbare Zielsetzungen sowie der Erarbeitung konkreter Maßnahmen und Projekte unter der besonderen Berücksichtigung der strukturellen, sozialen, kulturellen und identifikationsstiftenden Integrationsdimensionen.

Auftraggeber

Stadt Rheine, Fachbereich Schulen, Soziales, Migration und Integration

Laufzeit

März 2020 bis November 2020

Gegenstand

Die Stadt Rheine, kreisangehörige Mittelstadt im Kreis Steinfurt in Nordrhein-Westfalen, beabsichtigt die Entwicklung eines integrierten träger- bzw. fachübergreifenden Gesamtkonzepts zur Prävention von Wohnungsnotfällen, um damit die bisherige Ausrichtung ihrer Hilfeangebote auf kurative Hilfen für bereits wohnungslose Menschen zu überwinden. Als externe Organisationsberatung unterstüzt die GISS die Erstellung des Gesamtkonzeptes.

Auftraggeber

Fachdienst Jugend des Landkreises Osnabrück

Laufzeit

Januar 2008 bis Dezember 2019

Gegenstand

Einführung einer externen Evaluationsinstanz auf der Basis einer gemeinsamen Entwicklung von Jugendamt und freien Trägern. Die evaluierende Stelle (EJO: Evaluation der Jugendhilfe im Landkreis Osnabrück) ist dem Fachdienst angegliedert, agiert aber gleichwohl von ihm unabhängig. In einem Pilotprojekt wurden Materialien zur Evaluation entwickelt, die den gesamten Hilfeverlauf abdecken und eine Nachhaltigkeitsuntersuchung sechs Monate nach Beendigung der Hilfe vorsehen. Letzteres erfolgt auf der Basis von qualitativen Leitfadeninterviews. Die GISS war an der Entwicklung des Verfahrens in der Pilotphase beteiligt und übernimmt nun die Implementierung und die Qualifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der EJO. Die Datenauswertung geschieht durch die GISS.

Auftraggeber

Hexenhaus – Hilfe für Menschen in Krisensituationen e.V.

Laufzeit

April 2019 bis März 2021

Gegenstand

Das Hexenhaus – Hilfe für Menschen in Krisensituationen e.V. – will die Versorgung wohnungsloser Menschen mit Normalwohnraum verbessern und baut zusammen mit weiteren Trägern eine Wohnraumvermittlungsstelle für Wohnungsnotfälle im Kreis Minden-Lübbecke auf. Dabei sollen insbesondere Wohnungen von privaten Vermieterinnen und Vermietern akquiriert und an wohnungslose Menschen vermietet werden. Sowohl den Mieterinnen und Mietern als auch den Vermietenden steht begleitende Sozialarbeit zur Verfügung, die bei Bedarf auch an weiterführende Hilfen vermittelt. Das Vorhaben wird über einen Zeitraum von zwei Jahren von der GISS wissenschaftlich begleitet und evaluiert.

Auftraggeber

Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGFH)

Laufzeit

Juni 2015 bis Dezember 2020

Gegenstand

Eine Bund-Länder-Kommission ist von der Regierung beauftragt worden, Vorschläge hinsichtlich der zukünftigen qualitativen Entwicklung der Pflegekinderhilfe zu erarbeiten. Um diese Kommission zu unterstützen, wurde von der IGFH eine Expertengruppe eingerichtet, die wiederum die Kommission inhaltlich beraten soll. Ziel ist es, Handlungsschwerpunkte zu identifizieren und diese an die Regierung zwecks Weitentwicklung der Pflegekinderhilfe zu übermitteln. Teil dieser Aufgabe sind Literaturexpertisen, die von unterschiedlichen Instituten erstellt werden.

Auftraggeber

Diakonie Michaelshoven

Laufzeit

Januar 2019 bis Dezember 2020

Gegenstand

Zwischen 2012 und 2018 wurden mit Unterstützung der GISS wesentliche Gegenstände eines integrierten Gesamthilfesystems für Menschen in Wohnungsnotlagen im Oberbergischen Kreis entwickelt und umgesetzt. Gleichwohl stellte sich heraus, dass es eine nennenswerte Gruppe von Menschen gibt, die von Wohnungslosigkeit bedroht oder betroffen sind und die mit den bestehenden Angeboten nicht oder nur kurzzeitig erreicht werden und mit denen neben den Wohnhilfen Oberberg auch alle anderen im Kreisgebiet tätigen Anbieter unterschiedlichster Hilfen überfordert sind. Dies führte dazu, dass sich im Jahr 2018 eine interdisziplinäre, inter-kommunale und trägerübergreifende Projektgruppe im Oberbergischen Kreis gebildet hat, um ein Rahmenkonzept für passgenaue und maßgeschneiderte Hilfen für diese Menschen zu entwickeln. Im Kern des geplanten Vorhabens geht es nun um die wissenschaftliche Begleitung und Beratung bei der Überführung der Rahmenkonzeption in ein Handlungskonzept und bei der praktischen Umsetzung der geplanten Hilfen für die sogenannten „Systemsprenger“.

Auftraggeber

Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen der Stadt Remscheid

Laufzeit

September 2019 bis Februar 2021

Gegenstand

Nach einer Bestandsaufnahme des trägerübergreifenden Gesamthilfesystems der Hilfen für Menschen in Wohnungsnotlagen in Remscheid unter Berücksichtigung veränderter Anforderungen nach etwa 15 Jahren der Implementierung des Gesamthilfesystems (2018), moderiert die GISS nun in einer zehnteiligen Workshopreihe die Weiterentwicklung bzw. Neuausrichtung der Hilfen und begleitet den Prozess wissenschaftlich.

Auftraggeber

Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen der Stadt Remscheid

Laufzeit

März 2020 bis Februar 2021

Gegenstand

Im Rahmen einer dreiteiligen Workshopreihe wird die Weiterentwicklung und Neuausrichtung des trägerübergreifenden Gesamthilfesystems für Menschen in Wohnungsnotlagen wissenschaftlich evaluiert. Zu Beginn der Evaluation werden zunächst die Projektziele ausformuliert, die an die Weiterentwicklung der Hilfen geknüpft werden und mit messbaren Indikatoren hinterlegt. Nach Abschluss der Weiterentwicklung und Neuausrichtung des Hilfesystems wird überprüft, ob die vorab definierten Ziele erreicht wurden und ob und ggf. an welchen Stellen Nachsteuerungsbedarf besteht.